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Die Tux Story
Ingo Liebscher mit "seinen" Linux-Plüsch-Pinguinen. Mittendrin noch ein GNU Gnu.

Was Sie schon immer über den Linux-Pinguin wissen wollten oder wie eigentlich alles mit dem BSD-Daemon begann...

Die Geschichte begann eines Abends irgendwann im Januar 1996 mit einem Anruf meines alten Kumpels Holm Tiffe, damals noch Sysadmin (harr, harr) an der Bergakademie Freiberg.

Holm hatte einen Bekannten in Dresden, der damals zufällig zum FreeBSD Core Team gehörte. Und der sass zuhause bei Holm am Tisch und erzählte von den Versuchen der Amerikaner bei Walnut Creek, den BSD-Daemon als Maskottchen zu produzieren. Und so entwickelte sich in etwa folgendes Telefongespräch:

Hi Ingo!
Hallo Holm!
Du, bei mir sitzt gerade mein Bekannter, Jörg Wunsch, und erzählt mir, dass Walnut Creek für den BSD-Daemon...
Stop! Was für'n Zeugs? Walnuss was?!
Oooohm!!! (DAU!) Du weisst doch, dass es neben Windows und MacOS noch andere Betriebssysteme gibt, UNIX zum Beispiel?
Hmmm, schon mal gehört. Und?
Naja, das Problem ist, die haben ein System namens FreeBSD, und das hat als Maskottchen einen kleinen roten Teufel, und der sieht aus wie der aus dem Trickfilm, Du weisst schon, der mit den vielen Pfannkuchen, der dann Bauchschmerzen kriegt...
Ja.
Und was hat das mit mir zu tun?
Na, Du bist doch bei 'ner Werbeagentur, und wir dachten gerdae so, dass Du denen ja mal einen roten Plüsch-Teufel machen kannst...
Hmm, und den tu ich mir selber schnitzen, oder was? Du stellst Dir das so einfach vor...

Natürlich dauerte das Gespräch noch etwas länger, aber die Idee faszinierte mich, Liebscher & Partner befassten sich also mit der Problematik "Roter Plüsch-Teufel". Natürlich wussten wir als Agentur, dass man nicht einfach ein Logo so nachbauen kann, schliesslich musste irgend jemand die Rechte darauf haben. Und wie, zum Teufel, sah der Teufel denn nun eigentlich aus?!

Jetzt fragen Sie sich sicher, was das alles mit Linux zu tun hat. Ein bisschen Geduld bitte...

Nun müssen Sie wissen, dass wir damals (im Januar '96) schon sehr aufgeschlossen gegenüber moderner Kommunikationstechnik waren. Und ohne einen Internet-Zugang einer Firma, die oft als "Rosa Riese" bezeichnet wird, hätten wir wohl nicht eines der Plüsch-Maskottchen zustande gebracht. Nun gab es nur noch ein paar kleine Probleme: Erstens hatte sich noch niemand mit dem Internet so richtig befasst, also stocherte ich in diesem damals für mich neuem Medium herum und bekam auf einmal den BSD-Daemon zu Gesicht:

Zweitens hatte ich noch niemals eine E-Mail geschrieben oder verschickt. Aber das ging ja noch.

Drittens war mein Schulenglisch nicht gerade das Beste, und selbst die Rudimente, die ich behalten hatte, waren in den 17 Jahren seit meiner Schulzeit nur noch schwer zu einem verständlichem Satz zusammenzufügen. Also bemühte ich mich und brachte es zustande, dem Copyright-Holder, einem gewissen Marshall Kirk McKusick (ein unverwechselbarer Name nicht wahr?) eine E-Mail zu schreiben und anzufragen, ob wir denn die Figur als Grundlage für ein Plüschtier nutzen dürfen. Zurück kam ein schlichtes und einfaches "yes".

Ich hatte ja darum gebeten, kurz zu antworten...

Damals wusste ich nicht, dass McKusick einer der wichtigsten Entwickler des BSD-Systems ist. Er möge mir meine Unwissenheit verzeihen...

Jetzt hatten wir schon so ziemlich alles zusammen, was wir brauchten: Vorlage, Erlaubnis -- bloss noch niemanden, der uns den Teufel produziert. Eines Tages viel uns eine Figur in die Hand, die ein deutscher Hersteller für einen Verlag zu Werbezwecken hergestellt hatte, ein Anruf bei dieser Firma bescherte uns freudiges Strahlen ins Gesicht, die wollten uns nach einer von uns gefertigten Zeichnung ein Muster machen. Also, Zeichnung gemacht, hingeschickt, und dann kam das: Fax Mal davon abgesehen, dass diese Firma damals noch keinen Internet-Zughang hatte, unser Fax war scheinbar mit deren Fax inkompatibel! Tücke der Technik! Naja, irgendwann erreichte uns dann das Muster, und es folgten ein paar Faxe, mails und so weiter, die Sie sich hier (Vorsicht, ca 400 kb!) anschauen können. Im Wesentlichen ging es dabei um Abstimmungsfragen zum Aussehen der Figur und um Preise. Denn keiner hatte daran gedacht, dass die Tierchen ja auch in die USA müssen. Und das kostet gewaltig. Okay, jedenfalls kümmerte sich ein gewisser Jack Velte von Seiten Walnut Creek CDROM und Jordan K. Hubbard um die ganze Sache in Amerika, Jack hatte dann von uns ein Muster bekommen, welches bei ihm auf dem Schreibtisch einen Platz gefunden hatte und das er unter keinen Umständen, obwohl es noch nicht so richtig seinen Vorstellungen entsprach (Nase zu gross, Schwanz zu lang, Schuhe nicht richtig, Bauch zu klein...), wieder 'rausrücken wollte. Es dauerte nicht lange, und Jack verliess Walnut Creek und mit ihm verschwand der erste der Plüsch-Daemonen. Es gibt nur noch ein kleines, ziemlich mieses Digitalfoto von der Nummer 1. Aber dann war es soweit:

Und am 21.06.1996 bestellten wir erstmals 50 BSD-Daemons bei unserem Lieferanten. Die Bestellung

Vom 1. Muster vom 6. 2. 1996 dauerte es immerhin fast fünf Monate, bis wir ein brauchbares Produkt hatten!

Logistik-Probleme ohne Ende...

Tja, und dann passierte in der Folgezeit eine Menge, die uns fast erschlagen hätte. Walnut Creek bestellte 50 Daemons, wir orderten für Europa 50 Stück und hofften bloss, dass die auch einer kauft... Wir (besser unser E-Mail-Postfach) wurden mit Bestellungen aus der ganzen Welt eingedeckt und standen, anders als die Amerikaner, vor einem Riesenproblem: Wie verschicken wir das, zu welchem Preis, wo bekommen wir Pakete her, was fangen wir mit Kreditkartendaten und Auslandsüberweisungen an? Wie ist das mit Zoll und Steuern, Versicherung...? Eine lehrreiche Zeit, die uns Geld, Zeit und Nerven gekostet hat. Von einem Tag auf den anderen waren wir Versandhändler geworden und hatten keine Ahnung davon. In der heutigen Zeit würde man alles, was damals passierte, unter eCommerce laufen lassen. Wir hatten blauäugig angefangen, und mussten nun zusehen, wie wir damit zurechtkamen.

Der Linux-Plüsch-Pinguin wird geboren....

Und es kam noch dicker. Eine gewisse "Neko" aus München hatte auch einen der BSD-Daemons bei uns gekauft und fragte kurze Zeit später an, ob wir nicht vielleicht auch für Linux so ein Maskottchen machen könnten. Nun, in der Vergangenheit hatten wir gewaltig dazugelernt, wussten jetzt, wie man E-Mails zu schreiben hat (...brich doch mal den Text nach 72 Zeichen um, er lässt sich so schwer lesen...), was PGP-Verschlüsselung war und wie man es organisiert, ein Maskottchen herstellen zu lassen. Und wir wussten, dass es ein Betriebssystem geben soll, dass sich Linux nennt und sich wachsender Beliebtheit erfreut. Wie gesagt, wir hatten gelernt: 1. Wer hat das Copyright an dem Pinguin, 2. Muster machen lassen, 3. Muster nach München schicken. Das ging ja alles noch ganz einfach und schnell. Larry Ewing als Copyright-Holder gab uns die "Permission to use", das Muster war dann auch nach 3 Wochen da, nach kleinen Änderungen haben wir dann, ich glaube es waren 20 Stück, nach München geliefert, die natürlich Ratz-Batz weg waren. Übrigens, liebe Neko: damit ist geklärt, dass der 1. Pinguin-Prototyp bei Dir am Mittwoch, 18.9.1996, ca. 10 Uhr 30 das Licht Münchens erblickt hat und die erste Lieferung am Samstag, den 16.11.1996 gegen 9.30 Uhr bei Dir eingetroffen ist. Ich hab die Daten gerade erst wieder auf Deiner alten Seite gefunden, und jetzt wissen wir halt die Jahreszahl :-)

Und: es waren alles "Graue"! Übrigens waren die ersten Linux-Pinguine grau. Die Schwarzen kamen erst sehr viel spaäter auf, weil sich manche Leute lieber einen schwarzen gewünscht hatten.

Money, Money, Money....

Und wer nun denkt, dass wir Massen dieser Plüschies verkauft haben, der irrt. BSD war zwar vielen, vor allem in den USA und Japan ein Begriff, aber die relativ hohen Produktionskosten unserer Daemons und der Pinguine sowie die horrenden Versandkosten hielten den Absatz in Grenzen. Wir haben damals gerade so unsere Kosten gedeckt, und da waren noch nicht mal die ganzen Aufwendungen, die so drumherum noch anfallen (wie zum Beispiel die Arbeitszeit) brücksichtigt. Linux wr zu dieser Zeit noch etwas für interessierte Freaks und gerde mal 2 Jahre alt (wenn man den Zeitpunkt eines brauchbaren Systems, nämlich der Version 1.0 nimmt) und hatte wohl noch etliche Mucken und Macken. Aber es kamen immerhin so um die 200 Plüschies zusammen, bis zu einem denkwürdigen Telefongespräch kurz vor Weihnachten '96 mit einem Redakteur der c't, der gerade einen Artikel über Linux vorbereitete. Sein Anliegen: Bitte 1 Plüschie Daemon und einen Pinguin nach Hannover schicken,um Fotos zur Illustration des Artikels zu machen. Ich weiss nicht mehr genau, wann der Artikel erschien, ich glaube es war dann im Februar, stolz hielten wir ein Belegexemplar der c't in der Hand, als derselbe Redakteur aufgeregt anrief, ob wir was dagegen hätten, wenn in der nächsten Ausgabe ein Hinweis mit Fotos unserer Plüschies erscheinen würde, in dem unsere Adresse erscheint. Sie können sich sicher denken, was passiert war: Die Redaktion kam nicht mehr zum arbeiten, weil den ganzen Tag Telefone und Faxe rappelten, um herauszukriegen, wo man denn diese niedlichen Maskottchen herkriegen könne...

Linux kommt....

Dieser Artikel (der über Linux) bewirkte etwas ganz Wunderbares: Die Leute wollten alle einen Pinguin haben, erstaunlicherweise interssierten sich durch unseren Pinguin Menschen für Linux, denen bis vor wenigen Wochen weder der Begriff Linux geläufig war und die nicht im Traum daran gedacht hatten, dass man, jemals etwas anderes als Windows zu benutzen. Und wir standen wieder vor einem Problem: Immer noch wickelten wir sämtliche Bestellungen per E-Mail, Fax oder Telefon ab. Chaotische Zustände mit Pappkartons, Zetteln, Rechnungen (ja, ja, wir haben damals noch per Rechnung geliefert, ein Kassensturz brachte aber ans Licht, dass wir fast pleite waren, weil so viele Rechnungen einfach nicht bezahlt wurden...). Mühsam wuselten wir uns durch Bestellungen und Rechnungen und versuchten, unser Geld irgendwie zu kriegen, was auch bis auf ein paar Tausender geklappt hat. Eingebüsst ist auch gehandelt. Also beschlossen wir im Mai 1997: Ein ordentlicher Internetanschluss samt Server, Homepage uns Shopsystem muss her. Und jemand, der das Ding bedienen und warten kann. Und das war Martin Welk, viele werden Martin noch kennen. Eine Weile später, so 2 Monate glaube ich, hatten wir dann ein sündhaft teures System, eine HP mit FreeBSD, samt einem Formular auf unserer Website, mit dem man bestellen konnte. Und die Providergebühren frassen uns fast auf. Bei 3600,-- DM Telefongebühren + ich weissnicht wieviel Online-Gebühren war die Schmerzgrenze erreicht. Providerwechsel zu Xlink (jetz kpnQwest) mit einer 64 kb(s Standleitung. Welch Fortschritt! Immer noch sündhaft teuer, aber überschaubar.

Nun, seitdem ist eine Menge Zeit vergangen, die HP fristet ihr Dasein als "Probierkiste", und wir verwenden ein Shopsystem, was viel, viel mehr kann als das alte Formular. Liebscher & Partner ist inzwischen eine etwas erwachsenere Agentur, und der als Geschäftsbereich gewachsene Internetbereich heisst FreibergNet.de. Seit 2003 heisst die ganze Firma L&P Kommunikation mit den Geschäftsbereichen Liebscher & Partner Werbeagentur sowie FreibergNet.de Internet Systems.

Neben dem BSD-Daemon und dem Linux-Pinguin sind inzwischen noch mehr Maskottchen dazugekommen, TeX-Löwe, KDE-Drache, GNU Gnu, PERL Kamel, verschiedene Tassen, Mousepads und Pins -- und jetzt wieder der GRAUE Linux-Pinguin. Der Linux-Pinguin, jedenfalls glauben wir das und mit uns viele andere, hat offensichtlich als "Software und Weltanschauung zum Anfassen" das Linux-System bei der Etablierung in nicht unwesentlichem Maße geholfen. Und darüber freuen wir uns.

Ingo Liebscher

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